Friedhöfe

Die heute in manchen Fällen innerorts gelegenen Friedhöfe befanden sich zur Zeit ihrer Benutzung außerhalb der geschlossenen Ortschaften. Das entspricht der jüdischen Vorstellung von der Trennung der Wohnungen der Lebenden von denen der Toten sowie vom Friedhof als Ort ungestörter Totenruhe. Die Gräber bleiben daher für alle Zeiten unangetastet. Sie werden auch nicht mit Blumen geschmückt; stattdessen legen Angehörige beim Besuch kleine Steinchen auf den Grabstein. Dieser Brauch ist wohl darauf zurückzuführen, dass beim Auszug aus Ägypten in der Wüste die Gräber mit Steinen abgedeckt wurden, um sie vor wilden Tieren zu schützen.
Da nach dem Krieg keine Juden mehr in die Region zurückkehrten, wurden die jeweiligen Friedhöfe jetzt Eigentum der „Jüdischen Kultusgemeinde Trier“. Die Ortsgemeinden sind verpflichtet, die Friedhöfe in Ordnung zu halten und Schäden zu beseitigen. Soweit möglich, richtete man in den folgenden Jahren die umgestürzten Grabsteine wieder auf, fügte zerbrochene zusammen und befestigte die Sockelsteine neu. An allen vier Friedhöfen wurden inzwischen Gedenk- oder Informationstafeln angebracht.
 

Schweich

In einer kurfürstlichen Güterbeschreibung wird 1776 erstmals ein „Juden-Begräbnuß“ in der Acht „Vor Monerf“ erwähnt. Der Friedhof am Lehmbach ist 1044 qm groß; heute gibt es noch 88 Grabsteine. Der älteste noch vorhandene Grabstein weist auf eine Belegung um die Mitte des 19. Jahrhunderts hin (1804? Vgl. Stein Nr. 8). 1909 wurde der Friedhof bereits geschändet; 1939 übereignete ihn der letzte Vorsteher der Synagogengemeinde einem Schweicher Landwirt. Als die Nationalsozialisten ihn aufforderten, die Grabsteine zu entfernen, lehnte er das entschieden ab. Im Laufe der Jahre fielen viele Grabsteine um oder wurden umgestoßen; sie zerbrachen und Teile verschwanden.

Leiwen

Der 1720 erstmals erwähnte, 1410 qm große Friedhof der ehemaligen Synagogen-Gemeinde Leiwen wurde zeitweilig auch von Juden aus Klüsserath und Trittenheim belegt. Es sind noch ca. 50 Grabsteine aus dem Zeitraum von 1863–1933 erhalten.

Mehring

Der Friedhof wurde vermutlich im 19. Jahrhundert angelegt; die Grabsteine wurden in der NS-Zeit verkauft und zum Teil vermauert, sodass nur noch einige Sockel erhalten sind. Im Zuge der Erschließung des Neubaugebiets Zellerberg wurde der jüdische Friedhof renoviert (2017).

Fell

Auf dem 421 qm großen Friedhof sind noch 17 Grabsteine(darunter ein Doppelgrab) erhalten, deren Inschriften überwiegend in Hebräischverfasst sind. Der älteste nochvorhandene Grabstein stammt aus dem Jahre 1799, der jüngste aus dem Jahre 1935.