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Vortrag: „Jüdisches Leben in Fell“, 02.02.2023Info hier…

Stolpersteinverlegung in Fell für die Familie Samuel Meyer, 03.02.2023Info hier


Ausstellung „Jüdisches Trier“ zu Gast in der Schweicher Synagoge
– Wanderausstellung mit Begleitprogramm –

Zum 60jährigen Bestehen der Trierer Synagoge entstand im Jahr 2016 die Ausstellung “Jüdisches Trier”. Von den Anfängen der Juden in Trier zu Zeiten Kaiser Konstantins bis in die Gegenwart schlägt die Ausstellung einen großen Bogen – eine beinahe 2000-jährige, mitunter sehr wechselhafte und leidvolle Geschichte. An ausgewählten Themen wird das Zusammenleben der jüdischen Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft aufgezeigt. Ausstellungsmacher Ralf Kotschka gelingt es außerdem, mit reich illustrierten Ausstellungstafeln und einer interaktiven Medienstation einen Einblick zu geben in das heutige Leben der jüdischen Gemeinde von Trier.

Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile:
Der erste reicht von der Antike bis zum Nationalsozialismus, der zweite behandelt den Wiederaufbau nach 1945, die Zuwanderung der jüdischen Kontingentflüchtlinge und als Schwerpunkt den heutigen Alltag der Jüdischen Gemeinde Trier. Dazu werden berühmte jüdische Persönlichkeiten aus Trier und der Region sowie jüdische Fest- und Feiertage vorgestellt. Die Ausstellung war bereits in Schulen, Bildungseinrichtungen und Kirchen der gesamten Region zu sehen und machte zuletzt in der Partnerstadt Weimar Station. Bisher haben rund 20.000 Besucher diese Wanderausstellung sehen können.

Auf Initiative der AG Gedenken Schweich wird die Ausstellung nun vom 24.01. bis zum 08.02. in der ehemaligen Synagoge in Schweich (Richtstraße 42) zu sehen sein. Sie will damit u.a. einen Beitrag zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust leisten; anlässlich des Gedenktags am 27. Januar finden in Rheinland-Pfalz mehr als 45 Veranstaltungen statt.

Die Ausstellungseröffnung mit Ausstellungskurator Ralf Kotschka findet am Dienstag, 24.01., um 18 Uhr in der ehemaligen Synagoge Schweich statt; Musikerinnen der jüdischen Kultusgemeinde Trier – Irina Ladyjenskaia (Klavier) und Natalia Kharkivskaja (Violine) – werden den Abend musikalisch gestalten. Die Ausstellung ist anschließend bis zum 8. Februar täglich von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Über die Ausstellung hinaus ist ein Begleitprogramm mit Schwerpunkt in der Ortsgemeinde Fell geplant. Am Donnerstag, 02.02., wird Hermann Erschens, Realschulrektor i.R., einen Vortrag zum jüdischen Leben in Fell halten. Die Spuren jüdischen Lebens in Fell reichen zurück bis ins Ende des 16. Jahrhunderts. Ein Schreiben des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Johann von Schönenberg enthält erstmals Hinweise auf Juden in Fell. Eine wechselvolle Geschichte bis ins 21. Jahrhundert folgte, welche in den 1930ern in der Ausgrenzung und Entrechtung von Juden und schließlich in den Grauen der Shoa endete. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Silvanussaal (Kirchstraße 41, Fell).

Am darauffolgenden Tag, 03.02., wird Gunter Demnig Stolpersteine für die Familie Samuel Meyer aus Fell verlegen. Demnig erinnert seit den 1990er Jahren an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Boden einlässt. Inzwischen liegen sogenannte Stolpersteine in 1265 Kommunen Deutschlands und in einundzwanzig Ländern Europas. Die Stolpersteinverlegung beginnt um 9:00 Uhr in Fell vor der Kirchstraße 56.

Die Ausstellung ist ein Projekt der AG Gedenken in Trägerschaft des Pastoralen Raums Schweich und wird über „Demokratie leben!“ der Partnerschaft für Demokratie der Verbandsgemeinde Schweich unterstützt.