Tafel  9

Einweihung der restaurierten Synagoge am 3. September 1989 – Begegnung und Erinnerung

Ehemalige Schweicher Juden am Tage der Wiedereröffnung der restaurierten Synagoge in Schweich am 3. September 1989. V.l.n.r.: Walter Israel (Madellstraße, später Argentinien); Sybilla Koblenzer (Bahnhofstraße, später Jugoslawien); Oskar Koblenzer (Bahnhofstraße, später USA); Carola Jakob (Issel, später USA); Lisa Isay (Oberstiftstraße, später USA); Edith Kahn (Oberstiftstraße, später Bremen); Elfriede Sender (Brückenstraße, später USA); Erich Israel (Madellstraße, später Argentinien).
Ehemalige Schweicher Juden am Tage der Wiedereröffnung der restaurierten Synagoge in Schweich am 3. September 1989. V.l.n.r.: Walter Israel (Madellstraße, später Argentinien); Sybilla Koblenzer (Bahnhofstraße, später Jugoslawien); Oskar Koblenzer (Bahnhofstraße, später USA); Carola Jakob (Issel, später USA); Lisa Isay (Oberstiftstraße, später USA); Edith Kahn (Oberstiftstraße, später Bremen); Elfriede Sender (Brückenstraße, später USA); Erich Israel (Madellstraße, später Argentinien).
Zur Einweihung der restaurierten Synagoge als Kulturzentrum der Stadt Schweich waren zahlreiche ehemalige Juden gekommen. Georg Wagner, Konrektor an der Stefan-Andres-Hauptschule in Schweich, seit Jahren intensiv mit der Geschichte der Schweicher Juden beschäftigt, hatte den Kontakt zu den noch lebenden Juden aufgenommen, die dann von Stadtbürgermeister Josef Rohr im Namen der Stadt eingeladen wurden.

Carola Jakob-Michaelis, USA, sagte in ihrer Ansprache:
„Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Herren und Damen. Es ist für mich heute eine große Ehre und ein besonderes Ereignis, an der Einweihung der Synagoge von Schweich teilnehmen zu dürfen. So möchte ich als erstes der Stadt Schweich meinen persönlichen Dank für diese Einladung aussprechen, auch im Namen meiner anwesenden Freunde. Ich, als ehemalige Schülerin dieser Synagoge, betrachte diese Stunde als ein unerwartetes Ende.

Dieser Besuch in Schweich ist nicht mein erster. 1935 musste ich gezwungenermaßen meine Heimat verlassen. Ein gewisses Heimweh führte mich im Jahre 1966 nach 29-jähriger Abwesenheit zurück nach Schweich-Issel. Meine geliebten Eltern fanden hier 1932 respektive 1934 ihre Ruhestätte auf dem hiesigen jüdischen Friedhof. Ebenso sind hier meine Vorfahren, zwei Generationen, bestattet.
Meine Damen und Herren, die Familie Jakob war schon von Anfang 1800 in Issel ansässig. Meine Vorfahren waren Mitbegründer dieser Synagoge. Diese wurde vor 50 Jahren von Unmenschen zerstört, so wie es leider in Deutschland geschehen ist.
Ganz besonders erkenne ich es an, dass die Stadt Schweich dieses Gebäude wieder so aufgebaut hat, wie es einst gestanden hat. Ich bin mir bewusst, dass keine Kosten gescheut wurden, das Vernichtete wieder in der Pracht aufzubauen, auch wenn dieses Gebäude kein Gotteshaus mehr in der Zukunft sein wird. So wird es aber ständig das Mahnmal der vergangenen Zeit sein. Generationen der Zukunft sollen nie vergessen, was böse Hände hier angerichtet haben und Deutschland und seine Bürger erleben mussten.“

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