Veranstaltungen 2010


Vortrag: Die Pleite der Zocker. Wörter jiddischer Herkunft im heutigen Deutsch.

Datum: 18.02.2010

Uhrzeit: 20:00 Uhr

Ort: Synagoge Schweich

Ereignisse und Akteure der Weltwirtschaftskrise, die im Jahr 2007 von den internationalen Finanzmärkten ausgegangen ist und viele Staaten in ernste Bedrängnis gebracht hat, wurden in der deutschen Presse und Öffentlichkeit außergewöhnlich oft mit Ausdrücken jiddischer Herkunft belegt. Dies lenkt das Augenmerk auf einen Teil des jiddischen Wortschatzes, der seit Jahrhunderten die deutsche Sprache bereichert und in der Gegenwart wieder zahlreich gebraucht wird. Anders als früher weiß man heute aber in der Regel nicht mehr, daß Wörter wie dufte und kess, betucht und mies, schmusen und zoffen, Macke und Malocher, Massel und Schlamassel, aber eben auch Pleite und Zocker aus der Sprache der Juden in die deutsche Alltagssprache gekommen sind. Im Vortrag wird die Geschichte dieses Wortschatzes nachgezeichnet, der viel über den Sprachkontakt und ebenso viel über die Bedeutung der Juden für die deutsche Geschichte verrät. Neben dem heutigen Gebrauch soll auch der frühere Missbrauch einzelner Wörter jiddischer Herkunft aufgezeigt werden. Sie sind nicht nur zur prägnanten Bezeichnung verwendet worden, sondern haben leider auch als Mittel der Diffamierung und Ausgrenzung gedient. Aus der Betrachtung einzelner Wortgeschichten lässt sich daher viel für einen nachdenklichen Sprachgebrauch lernen, aber auch ebenso viel für einen toleranten Umgang mit Minderheiten und mit Nachbarn.

Hans Peter Althaus ist emeritierter Professor für germanistische Linguistik an der Universität Trier und Experte für den jiddischen Lehnwortschatz im Deutschen. Seine Bücher‚ Zocker, Zoff & Zores. Jiddische Wörter im Deutschen‘, ‚Chuzpe, Schmus & Tacheles. Jiddische Wortgeschichten‘ und ‚Deutsche Wörter jiddischer Herkunft. Ein Lexikon.‘ sind international bekannt.


Abschlußkonzert zur Ausstellung. „Lobe den Herrn meine Seele“ (Psalm 103,1)

Datum: 21.02.2010

Uhrzeit: 11:00 Uhr

Ort: Synagoge Schweich

Die Psalmen werden von Juden und Christen gebetet. Mit ihnen treten beide vor Gott hin. Das Konzert bietet Psalmenvertonungen dar und Gebetstexte, die durch die Psalmen inspiriert sind. Ausführende: Vokalensemble St. Martin Schweich unter der Leitung von Johannes Klar.


Filmabend für junge Leute:  Der Junge im gestreiften Pyjama.

Datum: 05.02.2010

Uhrzeit: 18:00 Uhr

Ort: Synagoge Schweich

Regie: Mark Herman, 2008. Nach dem gleichnamigen Buch von John Boyne.
Der neunjährige Bruno, sein Vater ist SS-Offizier, weiß nichts von der Endlösung oder dem Holocaust. Er ist unberührt von den entsetzlichen Grausamkeiten, die sein Land dem europäischen Volk zufügt. Er weiß nur, daß man ihn von seinem gemütlichen Zuhause in Berlin in ein Haus in „Aus-wisch“ verpflanzt hat, das in einer öden Gegend liegt, in der er nichts unternehmen kann und keiner mit ihm spielt. Bis er Shmuel kennenlernt, einen Jungen, der ein seltsam ähnliches Dasein auf der anderen Seite des Drahtzauns fristet und der, wie alle Menschen dort, einen gestreiften Pyjama trägt. Durch die Freundschaft mit Shmuel werden Bruno mit der Zeit die Augen geöffnet. Und während er erforscht, wovon er unwissentlich ein Teil ist, gerät er unvermeidlich in die Fänge des schrecklichen Geschehens von Auschwitz. Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) vergab das Prädikat besonders wertvoll.


Exkursion nach Struthof, Stätte des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler.

Datum: 06.03.2010

Das KZ Natzweiler-Struthof war ein Straf- und Arbeitslager der Nationalsozialisten nahe dem Ort Natzweiler im Elsaß, etwa 55 km südwestlich von Straßburg. Der rote Granit von Natzweiler-Struthof sollte auf Wunsch von Hitlers Architekt Albert Speer für den Bau des „Deutschen Stadions“ in Nürnberg verwendet werden. Die Firma Deutsche Erd- und Steinwerke, ein SS-Betrieb, war auf den Abbau von Steinen spezialisiert und setzte Deportierte für die härtesten Arbeiten ein. Etwa 52.000 (männliche) Personen aus ganz Europa sowie aus nahegelegenen Gefängnissen wurden dorthin deportiert. 22.000 Personen starben infolge von Entkräftung, Kälte, Mangelernährung und lagerbedingten Krankheiten oder wurden direkt ermordet. Ins KZ Natzweiler-Struthof wurden auch gefangene Widerstandskämpfer (insgesamt 111 Frauen und Männer) gebracht, um dort hingerichtet zu werden. Heute erinnert das Museum sowie das 2006 eröffnete Europäische Zentrum des deportierten Widerstandskämpfers an die Geschichte dieser und anderer Konzentrationslager.

Abfahrt ist um 6 Uhr in Welschbillig an der Kirche, um 6.30 Uhr in Schweich am Stefan-Andres-Schulzentrum; Rückkehr um 17.30 Uhr in Schweich und um 18 Uhr in Welschbillig. Kalte und warme Getränke werden im Bus angeboten. Weitere Verpflegung bitte selbst mitbringen.

Preis: 25 Euro pro Person (inklusive Führung und Eintritt). Anmeldung bitte bis 25. Februar 2010 an das Dekanatsbüro in Schweich, Klosterstraße 1b, 54338 Schweich, Tel. 06502/93745-0, Mail: dekanat.schweich-welschbillig@bistum-trier.de.


„Mein Herz machst Du weit…“

 

 

 

 

Ein literarisch-musikalischer Abend mit Texten, übersetzt aus der hebräischen Bibel

Worte: Klaus-Michael Nix, Johannes Matzdorf-Schmithüsen, Kim Eifel

Musik: Gunther Hellwig (Oboe, Sopransaxophon, Flöten)
Benno C. Brands (Konzertgitarre, Klavier)

Anstelle von Eintritt bitten wir um eine Spende.